Zu Beginn eines Berufslebens stellen sich viele Frauen die Frage: „Kind oder Karriere oder beides?“ Hat sich die Frau für beides entschieden, muss sie den Spagat zwischen Ehefrau, Mutter, Hausfrau und Berufstätige schaffen. Über Jahre erfreuen sie sich am Glück der Lieben.

Irgendwann gehen die Kinder ihre eigenen Wege, der Job ist nur noch stressig und der Mann ist vielleicht gegangen. Auf einmal haben die Frauen viel Zeit zum Nachdenken. Die Jahre sind ins Land gegangen und ihnen fällt auf, dass sie Träume und Wünsche haben, dass sie in dem bisherigen Job vielleicht nicht mehr bis zur Rente gehen wollen. Zeit, Geld, Gesundheit, Liebe und Glück bekommen andere Priorität. An diesem Punkt angekommen, heißt es:

Zeit für Veränderungen!

Wir, Karin Knorr und Irene Wolk gehören genau zu diesen Frauen.


 

Karin Knorr – Diplom Ingenieurin Bergbautechnologie

Mein Kindheitstraum

karinknorr Wer schreibt hier und warum

Seit ich denken konnte, wollte ich Lehrerin werden und in einer Großstadt leben. Mit sechs Jahren hatte ich eine kleine Klasse aus Puppen, Teddys und Bruder. Alle saßen vor der kleinen Tafel und hatten selbst gebastelte Schulhefte. Leider sollte ich es nicht werden und so begann ich mich auf die Suche nach dem zu mir passenden Job zu machen. Ein Mädchen muss ins Büro, also lernte ich den Beruf der Industriekauffrau. Nach drei Jahren in der Buchhaltung, merkte ich, dass mich das nicht erfüllte. Also wollte ich studieren. Aber was? Ich arbeitete damals im einem „Bergbaubetrieb“ also dachte ich mir, Bergbauingenieurin, das wäre doch etwas. Ein halbes Jahr arbeitete ich im Braunkohletagbau, um später mein Studium zur Diplom-Ingenieurin für Bergbautechnologie zu absolvieren.

Kinder und Karriere

Für mich, die ich in der ehemaligen DDR aufgewachsen bin, gab es nie die Wahl Kind oder Karriere. Wir mussten beides schaffen. Und als unser erstes Kind sehr krank wurde, entschieden wir uns, auf die Insel Rügen zu ziehen. Als ich gerade beruflich auf die Füße gekommen bin, kam die Wende und unser zweites Kind. Durch die Einheit mussten wir erneut umdenken. So arbeitete ich 4 Jahre in einer Baufirma und gründete dann meine eigene Firma. Wir spezialisierten uns in fast 10 Jahren auf die Altbausanierung. Mich faszinierten die alten Bauten, vor allem Gutshäuser. Am meisten habe ich geliebt, wenn ich dem Bauherren sein in die Jahre gekommenes Haus im neuen Glanz präsentieren konnte. Die Firma wuchs auf 30 Mitarbeiter, die Aufträge mussten größer werden und irgendwann, nach 10 Jahren stellte ich fest, dass alles auf der Strecke blieb. Die Kinder, die Familie, die Firma, die Finanzen und meine Gesundheit. Ich war nur noch auf der Jagd nach Aufträgen oder Geldern.

Mut zur Veränderung

Für mich gab es nur noch den einen Schritt: mit den Kindern einen Neuanfang zu wagen. Wir zogen nach Dortmund, ich arbeitete in einer kleinen Fensterbaufirma und sorgte mich hauptsächlich um die Kinder. Irgendwann gingen sie ihre eigenen Wege, mit dem Job blieb meine Entwicklung stehen. Da kam mir die schlechte Auftragslage und somit meine Kündigung gerade recht. Endlich konnte ich das tun, was ich wollte. So einfach war das zunächst nicht. Es vergingen weitere drei Jahre. Weiter Ausbildungen folgten. Mittlerweile bin ich zertifizierte Ernährungsberaterin und in Kürze Heilpraktikerin Psychotherapie, schreibe als Autorin Artikel. Das beste kommt zum Schluss und ist unbezahlbar. Ich werde als Dozentin Schülern mein Wissen und meine Erfahrungen vermitteln. Sie sehen, der Kreis hat sich geschlossen, mein Kindheitstraum wird wahr.


 

Irene Wolk - Diplom Ingenieurin Architektur

Wussten Sie schon als Kind, was ihr „Lebensziel“ ist?

irenewolk Wer schreibt hier und warumHaben Sie sich ausgemalt, wie es sein würde, das Leben als Erwachsener?

Ich kann sagen, dass ich bis zum Abitur ein ganz klares Ziel vor Augen hatte: ich wollte Abitur machen! Lernen hat mir schon immer Freude bereitet und so wollte ich so lange wie möglich zur Schule gehen, also mindestens bis zum Abitur.

Aber was kommt dann?

Ich hatte mit 19 keinen innigen Berufswunsch, ich war ratlos und wusste nicht, wo meine Talente lagen. Ich fand keine Lehrstelle und war frustriert.

Als mich nach einigen Monaten ein Architekt aus unserem Ort fragte, ob ich bei ihm eine Ausbildung machen wollte, sagte ich nach anfänglichem Zögern zu. Mein Traumberuf war das nicht – nur  - was war denn mein Traumberuf? Es entpuppte sich im Nachhinein als die richtige Entscheidung, denn ich lernte schnell, verkürzte die Ausbildung und studierte anschließend Architektur. Das Studium dauerte zwar ein Semester länger als geplant, weil unser erster Sohn zwischenzeitlich geboren wurde, aber ich brachte es erfolgreich zu ende.

Mit dem Diplom in der Tasche machte ich mich mit einem Kollegen selbstständig. Wir haben viele anspruchsvolle Projekte gemeinsam bearbeitet, und ich liebte ich es,  Wohnraum für Menschen zu entwerfen, einen kleinen Teil zur Gestaltung unserer Umwelt beizutragen.

Ich hatte meine Leidenschaft gefunden.

Als unser zweiter Sohn geboren wurde, war diese Art zu arbeiten für mich perfekt – ich musste keine bestimmten Bürozeiten einhalten und konnte arbeiten und doch auch für meine Kinder da sein.

Nach ein paar Jahren lösten wir die Partnerschaft und ich begann, mein Büro alleine zu führen. Das hat mir gezeigt, dass das ohne ein Team  ein schwieriges Unterfangen ist. Ich wollte es zunächst nicht wahr haben, aber wer nur alleine arbeitet, hat niemanden zum Austauschen, bekommt keine Rückmeldungen und hat keinen, mit dem man Erfolge feiern oder Rückschläge beweinen kann.

Was kam, war eine Zeit der Suche und  Ratlosigkeit. Wie sollte ich weiter machen? War die Architektur noch das richtige für mich? Suche ich mir ein Büro, das mich anstellt? Nach einigen Irrwegen entschied ich mich, einen ganz neuen Weg zu gehen und wurde Webdesignerin. Ich stellte fest, dass Webdesign und Architektur durchaus Verbindungen haben, dass ich hier vor allem wieder kreativ arbeiten kann. Es spielt außerdem keine Rolle, wo meine Kunden wohnen, da die Online-Welt den Kontakt von überall her ermöglicht. Ich habe mir ein starkes Netzwerk aufgebaut,  um die Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen und arbeite mit vielen Menschen zusammen. Und so sage ich heute:

Ich habe meine neue Leidenschaft gefunden.


Auch wenn wir uns entschieden haben, beruflich andere Wege zu gehen, ist die Liebe zur Architektur und schönen  Bauwerken geblieben. Hier auf diesem Blog wollen wir Sie an unseren Erfahrungen teilhaben lassen.

 

Rügen in Bildern

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